Ein edler Trend mit System
Die Goldrallye der letzten Jahre sucht ihresgleichen. Nach einem Plus von 26,5 Prozent im Jahr 2024 folgte 2025 ein atemberaubender Anstieg von 67,4 Prozent. Auch 2026 startete das Edelmetall zunächst fulminant, bevor im Frühjahr eine Korrektur einsetzte – doch die jüngste Erholung zeigt: Der Goldmarkt bleibt in Bewegung.
Fundamentale Treiber: Mehr als nur Krisengold
Die Entwicklung speist sich aus einem Nährboden anhaltender Unsicherheiten. Die hartnäckige Inflation, länger als erwartet hohe Zinsen in den USA und wachsende geopolitische Spannungen schaffen ein Umfeld, in dem Gold (*) als sicherer Hafen wieder an Bedeutung gewinnt. Während der Aktienmarkt in diesem unsicheren Umfeld risikobehafteter wirkt, bietet Gold (*) eine interessante Alternative.
Der entscheidende Währungsaspekt
Wer in Gold (*)-ETFs investiert, muss einen oft unterschätzten Faktor beachten: die Währungsebene. Gold wird in US-Dollar gehandelt. Für Anleger im Euroraum bedeutet das:
- Ein schwächerer Euro verstärkt den Gewinn in Euro
- Ein stärkerer Euro schmälert die Rendite (*) in heimischer Währung
Ein Beispiel: 2022 blieb der Goldpreis in Dollar nahezu unverändert (+0,3 Prozent), doch aufgrund des schwächer gewordenen Euro resultierte für europäische Anleger ein Gewinn von knapp sechs Prozent.
Währungsgesichert – nicht immer die bessere Wahl
Währungsgesicherte Gold-ETFs eliminieren dieses Risiko, kosten aber Performance. Der in unserem Vergleich aufgeführte Xtrackers Physical Gold Euro Hedged weist mit 0,59 Prozent deutlich höhere jährliche Kosten auf als nicht abgesicherte Produkte (0,00 bis 0,39 Prozent). Auf Sicht von drei Jahren lag seine Performance (107,63 Prozent) leicht unter den ungesicherten Pendants (113,47 bis 116,34 Prozent).
Das Fazit: Eine Währungsabsicherung lohnt sich primär in Phasen eines deutlichen Euro-Aufwertungstrends – eine Konstellation, die aktuell nicht gegeben ist.
Die Top-Produkte im Vergleich
Unter den etablierten Gold-ETCs (Exchange Traded Commodities) finden sich solide Optionen mit hohem Fondsvolumen:
- iShares Physical Gold ETC (31,86 Mrd. USD): 0,12 % Kosten, +29,10 % (1 Jahr)
- Xetra-Gold (20,89 Mrd. EUR): 0,00 % Kosten, +29,50 % (1 Jahr)
- Invesco Physical Gold A (24,49 Mrd. USD): 0,12 % Kosten, +29,09 % (1 Jahr)
- WisdomTree Physical Gold (6,27 Mrd. USD): 0,39 % Kosten, +28,71 % (1 Jahr)
Alle genannten Produkte sind in Deutschland handelbar und weisen moderate Gebühren auf – mit Ausnahme des währungsgesicherten ETCs, der mit 0,59 Prozent Kosten deutlich teurer ist.
Fazit: Gold-ETCs als praktische Lösung
Für Privatanleger bieten Gold-ETCs eine unkomplizierte Möglichkeit, am Goldpreis zu partizipieren – ohne die Hürden physischer Verwahrung oder die Risiken gehebelter Derivate (*). Die ETFs bilden den Goldpreis präzise ab, sind jederzeit handelbar und kosten vergleichsweise wenig. Wichtig bleibt der Blick auf die Währungsebene: Sie kann aus einem guten Gold-Investment ein sehr gutes machen – oder umgekehrt.
(*) Kleiner Hinweis: Hinter manchen Links steckt ein Affiliate-Programm. Du zahlst denselben Preis, aber ich bekomme ein wenig Taschengeld für die nächste Recherche. Danke, dass du meine Inhalte so direkt unterstützt!
Risikoinformation
Anlegen ist riskant. Es gibt Produkte, bei denen Ihr Verlust Ihre Einlage übersteigen kann. Die in unseren Beiträgen vorgestellten Strategien oder Informationen dienen ausschließlich als Beispiel für ein besseres Verständnis. Sie sind keine Empfehlungen zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Bitte beachten Sie, dass bei Investitionen am Kapitalmarkt Kursbewegungen große Schwankungen beim eingesetzten Kapital bewirken können, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Wir empfehlen, dass Sie sich vor einer Investition am Kapitalmarkt gut über die Funktionsweise von Produkten und die Risiken informieren, z. B. in den Dokumenten zur Risikoaufklärung.




