Verständnis-Check – Der Directinal Roll

Multiple-Choice-Fragen (MCQs)

1. Wann ist ein Directional Roll die sinnvollste Reparaturstrategie?

a) Ihre Option steht kurz vor dem Verfall, liegt aber nahe am Strike
b) Die Aktie hat sich stark gegen Sie bewegt, aber Sie haben noch ausreichend Zeit
c) Der Kurs bewegt sich seitwärts und der Zeitwertverfall ist das Hauptproblem
d) Ihre fundamentale These ist widerlegt


2. Welches Hauptproblem adressiert ein Directional Roll?

a) Hohes Theta (Zeitwertverfall)
b) Niedriges Delta (geringe Reaktionsfähigkeit der Option)
c) Hohes Vega (Volatilitätseinfluss)
d) Unbegrenztes Risiko einer Short-Position


3. Was hat der Trader im META-Beispiel durch die Zahlung von 1.100 $ konkret „gekauft“?

a) Mehr Zeit bis zum Verfall
b) Einen höheren maximalen Gewinn
c) Schutz vor weiteren Verlusten
d) Eine reaktionsstärkere Position mit höherem Delta


4. Was ist der wichtigste Nachteil eines Directional Rolls bei einer Long-Option?

a) Die neue Option verfällt schneller
b) Der maximale Gewinn wird begrenzt
c) Das gesamte Risikokapital und der maximale Verlust steigen
d) Das Verfallsdatum muss geändert werden


5. Warum sank im META-Beispiel der Break-Even von 520 $ auf 491 $?

a) Durch eine Nettogutschrift wurde die Kostenbasis gesenkt
b) Der Zeitwertverfall reduzierte den Optionspreis
c) Durch Zahlung einer Prämie wurde ein niedrigerer Strike gewählt, der den Effekt der höheren Kosten überkompensiert
d) Es wurde ein Spread aufgebaut


Richtig/Falsch-Fragen

1. Ein Directional Roll ist sinnvoll, wenn Sie mit Ihrem Strike zufrieden sind, aber mehr Zeit benötigen.

2. Ein Directional Roll führt in der Regel zu einer Nettobelastung (Kosten).

3. Ziel eines Directional Rolls bei einem verlierenden Long Call ist es, zu einem höheren Strike zu wechseln.

4. Ein Directional Roll erhöht nicht den insgesamt investierten Betrag.

5. Ein Directional Roll bedeutet, dass Ihr ursprüngliches Kursziel zu optimistisch war, Ihre Grundidee aber weiterhin gültig ist.


Lösungsschlüssel & Erklärungen

MCQ-Antworten

1. b) Die Aktie hat sich stark gegen Sie bewegt, aber Sie haben noch ausreichend Zeit
Dies ist die klassische Situation: Zeit ist vorhanden, aber der Strike ist zu weit entfernt und damit ineffektiv geworden.


2. b) Niedriges Delta
Das zentrale Problem ist die geringe Reaktionsfähigkeit der Option. Ein niedriges Delta macht den Trade praktisch wirkungslos.


3. d) Eine reaktionsstärkere Position mit höherem Delta
Die zusätzliche Investition dient dazu, die „Teilnahme“ am Markt zu erhöhen. Der Trade wird wieder aktiv statt passiv.


4. c) Erhöhung des Risikokapitals
Durch die zusätzliche Prämie steigt die Gesamtkostenbasis – und damit auch der maximal mögliche Verlust.


5. c) Niedrigerer Strike trotz höherer Kostenbasis
Der entscheidende Effekt ist die Annäherung an den aktuellen Kurs. Der niedrigere Strike verbessert die Erreichbarkeit des Break-Even stärker, als die höheren Kosten ihn verschlechtern.


Richtig/Falsch-Antworten

1. Falsch
Das ist die Situation für einen Temporal Roll (Kapitel 5). Beim Directional Roll ist der Strike das Problem, nicht die Zeit.


2. Wahr
Da Sie eine günstigere Option verkaufen und eine teurere (näher am Geld) kaufen, entsteht in der Regel eine Nettobelastung.


3. Falsch
Bei einem verlierenden Long Call rollen Sie typischerweise nach unten (näher an den Kurs), nicht nach oben.


4. Falsch
Ein Directional Roll erhöht bewusst den eingesetzten Kapitalbetrag – als Investition in bessere Erfolgschancen.


5. Wahr
Das ist der Kern der Strategie:
Die Richtung bleibt bestehen
Das ursprüngliche Ziel wird korrigiert


Kerngedanke zum Mitnehmen

Ein Directional Roll ist keine Rettung – sondern eine Neupositionierung.

Du bezahlst nicht dafür, recht zu behalten.
Du bezahlst dafür, wieder eine funktionierende Position zu haben.

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