Der Finanzriese Apollo Global hat eine neue Marktprognose veröffentlicht – und die hat es in sich: Der S&P 500 werde in den kommenden zehn Jahren praktisch keine Rendite erzielen.
Eine Aussage, die sofort Aufmerksamkeit erzeugt. Und Skepsis.
Wer ist Apollo – und warum ist der Kontext wichtig?
Apollo ist einer der größten Player im Bereich Private Equity und Private Credit. Das sind Anlageformen, die nicht an der Börse gehandelt werden. Für solche Firmen ist es strategisch nicht untypisch, die Attraktivität öffentlicher Aktienmärkte eher zurückhaltend darzustellen – und gleichzeitig die Vorteile privater Märkte hervorzuheben.
Das heißt nicht, dass Apollo falsch liegt. Aber es bedeutet: Ihre Prognosen sind nicht neutral. Sie sind Teil einer Erzählung, die zu ihrem Geschäftsmodell passt.
Ein Blick zurück: Wie treffsicher waren Apollos Warnungen?
Apollo hat in der Vergangenheit mehrfach düstere Prognosen abgegeben:
- 2015: Aktien würden in 18 Monaten fallen. → Tatsächlich stiegen sie deutlich.
- 2018: Eine Rezession sei unmittelbar bevorstehend. → Die Märkte liefen noch zwei Jahre stark weiter.
Das zeigt: Auch große Investmenthäuser liegen mit langfristigen Marktausblicken oft daneben.
Nicht aus böser Absicht – sondern weil solche Vorhersagen schlicht extrem schwierig sind.
Warum Private Equity früher glänzte – und heute unter Druck steht
Zwischen 2010 und 2021 herrschte ein Umfeld extrem niedriger Zinsen. Für Private‑Equity‑Firmen war das ein Paradies:
- Kredite waren billig
- Deals konnten hoch gehebelt werden
- Bewertungen stiegen fast automatisch
Heute ist die Welt eine andere:
- Zinsen sind deutlich höher
- Fremdkapital ist teurer
- Viele Deals rechnen sich nicht mehr so leicht
Kein Wunder also, dass Apollo nun stärker auf Private Credit verweist – ein Bereich, der von höheren Zinsen profitiert.
Was bedeutet das für Anlegerinnen und Anleger?
Langfristige Prognosen wie „Null Rendite für zehn Jahre“ klingen dramatisch, sind aber kaum umsetzbar. Sie helfen selten bei konkreten Anlageentscheidungen.
Stattdessen ist es sinnvoller, sich auf robuste Strategien zu konzentrieren, die in verschiedenen Marktphasen funktionieren – auch in seitwärts laufenden Märkten.
Warum ich mich auf Cashflow‑Strategien konzentriere
Ich persönlich treffe keine Portfolioentscheidungen auf Basis von Dekadenprognosen. Stattdessen setze ich auf Strategien, die kontinuierliche Einnahmen erzeugen – unabhängig davon, ob der Markt stark steigt oder jahrelang seitwärts läuft.
Ein Beispiel:
Put‑Optionen auf Qualitätsaktien verkaufen
- Funktioniert besonders gut in flachen Märkten
- Generiert regelmäßige Prämieneinnahmen
- Erfordert kein starkes Wachstum des Index
Für größere Depots kann auch die Wheel‑Strategie auf den ETF SPY attraktiv sein. Gerade in Märkten ohne klaren Trend kann sie solide, wiederholbare Erträge liefern – etwas, womit klassische Buy‑and‑Hold‑Strategien oft kämpfen.
Zusammengefasst: Prognosen kommen und gehen – Prozesse bleiben
Ob Apollo am Ende recht behält oder nicht, wird man erst in vielen Jahren wissen. Was sich aber immer wieder zeigt:
Eine konsistente, disziplinierte Strategie schlägt die Jagd nach großen Vorhersagen.




